Die türkischen Gerichte haben durch neue Urteile die Anzahl der LGBTQ-Aktivisten und -Unterstützer auf 62 Personen erhöht. Diese Maßnahme wurde im Zuge der jüngsten Repressionen am Ende der vergangenen Woche ergriffen und hat internationale Menschenrechtsbedenken ausgelöst.
Hintergrund der jüngsten Repressionen
Die Repressionen gegen die LGBTQ-Gemeinschaft in der Türkei haben vor Jahren schrittweise begonnen und in den letzten Monaten an Intensität zugenommen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat kontinuierlich versucht, das Bild eines starken und männlichen Staates im Bewusstsein der türkischen Gesellschaft zu verankern. Laut Cohen Slotemaker, Professor für internationale Politik an der St. George's University in London, sieht Erdoğan die LGBTQ-Gemeinschaft speziell als Bedrohung für diese Idee.
Mehr lesen: Inhaftierung von 8 LGBTQ+-Rechtsaktivisten in der Türkei nach umfangreichen Ermittlungen
Politische und soziale Konsequenzen
Die Repression der LGBTQ-Aktivisten beschränkt sich nicht nur auf Menschenrechtsfragen, sondern hat auch weitreichendere politische und soziale Konsequenzen. Die Zunahme der Inhaftierten und systematischen Repressionen könnte zu einer Schwächung der Menschenrechte in der Türkei führen und auch die Beziehungen des Landes zur Europäischen Union und anderen internationalen Institutionen beeinflussen. Slotemaker betont, dass diese Maßnahmen nicht nur der LGBTQ-Gemeinschaft schaden, sondern der gesamten türkischen Gesellschaft.
Es scheint, dass Erdoğan mit diesen Maßnahmen versucht, seine soziale Basis zu stärken und die Unterstützung von rechtsgerichteten und konservativen Gruppen zu gewinnen. Er möchte zeigen, dass er entschlossen gegen innere und äußere Bedrohungen vorgeht und seine Idee eines starken Staates verteidigt.
Diese Situation setzt nicht nur die LGBTQ-Gemeinschaft unter Druck, sondern beeinflusst auch das politische und soziale Klima in der Türkei. Die Menschenrechte in diesem Land sind zunehmend bedroht, und internationale Institutionen sollten diesem Thema mehr Aufmerksamkeit schenken.
Mehr lesen: Amnesty International: Iran hat bei der Unterdrückung der Proteste 2022 'Verbrechen gegen die Menschlichkeit' begangen · Die türkische Polizei hat bei einer Anti-LGBTQ-Operation mindestens 60 Personen festgenommen




